Werte bewahren - mit Waffen!
Wer das sagt, verwechselt die urdemokratischen, christlichen Werte unseres Landes mit dem, was Althergebracht ist. Nur weil wir etwas schon seit Langem tun, ist es nicht schon ein wirklicher Wert. Da helfen keine Ausreden, keine Bequemlichkeiten, auch nicht jene von Hobbys. Das ist eine unheilvolle Manipulation des Volkes. Wie lange noch?
Wollen wir Leben schützen oder eine alte und nicht ungefährliche Schweizer-Tradition aufrechterhalten? Noch dazu eine männliche, in dem sich Männer stolz an die Brust klopfen: Ein „rechter“ Schweizer hat ein Gewehr zu Hause!
Ich gebe es zu, noch immer trage auch ich dieses, als „Gebirgsfüsel“ in der RS in Soldatenmanier anerzogene Prickeln in mir, wenn ich mein Sturmgewehr umfasse: „Mit einem Gewehr in der Hand bist du deutlich mehr Wert!“. Aber ich weiss, es ist eine von der äusseren Realität längst überholte Fehl-Regung in mir.
Ich bin daran, diese abzulegen: Nächstens wird auch mein altes Sturmgewehr im Keller den Weg zum nächsten Polizeiposten tun – längst überfällig! Friedenssicherung hat auf dem Weg in eine globale Zukunft ein neues Gesicht, überholte Symbolhandlungen in eine alte Richtung sind darum aktiv zu beenden.
Eine Parteikollegin von mir stellte jüngst an einer Delegiertenversammlung die Frage: Welche Nachteile treffen mich als Frau und Mutter, wenn die Initiative „Für den Schutz vor Waffengewalt“ angenommen wird? - Antwort der Gegner der Initiative: Rhetorisches Geplänkel und betretenes Schweigen. Welche Antwort haben Sie darauf? Einfacher als mit dieser Frage kann man die Wahrheit nicht ans Licht bringen.
Ja, wir könnten mit der heutigen Gesetzgebung bereits wichtige Inhalte der Initiative umsetzen. Wir könnten, aber wir tun es nicht – die Politiker reden nur davon! Darum: Ich stimme JA „Für den Schutz vor Waffengewalt“, weil ich Leid verhindern und Leben schützen will, auch wenn ich oder gerade weil ich in der CVP bin.
